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Geschichte der linguistischen Theorien, Teil 3

Zweiter Teil: Die Standardtheorie <    > Vierter Teil: Konkurrenzmodelle

Neuerungen bis zur GB-Theorie

In den Folgejahren wird der Weg der Lexikalisierung weiter beschritten, um Transformationen einzuschränken: Damit ist gemeint, dass die lexikalische Komponente stärker betont wird: Elemente des Lexikons beschränken in die Tiefenstruktur eingesetzt die Auswahl der möglichen Phrasenstrukturregeln, in denen sie vorkommen. So wird ein ein­stelliges Prädikat nicht mit Regeln der Form VP -> v NP identifiziert. Ergebnis ist eine weitgehende Generalisierung über Phrasenstrukturregeln, die im x-bar-Schema gipfelt. Demnach sind nur noch zwei Regeln möglich, die die Endozentrizität und den Projektionsstatus sichern: Die erste (unten (4)) beschreibt, dass eine Konstituente einer bestimmten Kategorie in eine derselben Kategorie, jedoch der um einen Grad verminderten Projektionsstufe und ihre Schwester(n) übergeht. Letztere müssen maximale Projektionen sein, in binären Strukturen gibt es nur entweder Ymax oder Zmax.Die zweite Regel (unten (5)) dient nur für sogenannte Adjunktionsstrukturen, wo eine maximale Projektion in eine Konstituente eingehängt wird, deren zweiter Tochterknoten dadurch von derselben Projektionsstufe ist wie seine Mutter:
  1. Xn -> (Ymax) Xn-1 (Zmax)

  2. Xn -> (Ymax) Xn (Zmax)
Diese Regeln sind nicht mehr konstruktionsspezifisch; aus dem Lexikon kommt die Information, für welche anderen Knoten (z.B. Schwesterknoten, aber auch externe Argumente) hier subkategorisiert wird, welche Regel in welcher Ausprägung also gewählt werden muss. Damit wird seit Chomsky (1970) die Strukturähnlichkeit zwischen (1) und (2) aus "Die Standardtheorie" beschrieben, ohne dass sie auseinander abgeleitet sind.

Die Passivierung wie zwischen (1) und (3) aus "Die Standardtheorie" ist oben schon beschrieben worden, wird allerdings nur noch über Bewegungstransformationen erklärt. Damit sind seit 1970 Transformationen beschränkt auf Bewegungen, die noch konstruktionsspezifisch gesehen werden: NP-Bewegung wird anders beschrieben als wh-Bewegung oder Anhebungsoperationen. Die gemeinsamen Eigenschaften (Zurücklassung einer ko-indizierten Spur und Bewegung nicht über Barrieren hinweg) überwiegen aber dermaßen, dass sich seit Chomsky (1980) durchsetzt, nur von einer generalisierten Transformation auszugehen, nämlich move-α.

Schon zuvor ist eine neue Struktur als eigene Beschreibungskomponente in der Theorie verankert worden: Seit 1970 ist festgehalten, dass Oberflächenreihenfolge und Bedeutung doch nicht so unabhängig voneinander sind, wie seit 1965 angenommen (Beispiele sind Skopusveränderungen allein durch die Vertauschung der Reihenfolge bei der Passivierung: Many people read few books. vs. Few books are read by many people.), so dass die Tiefenstruktur nicht ausreichen konnte, um semantisch-logische Aspekte zu überprüfen. Deshalb wurde die Ebene der Logischen Form (LF) eingeführt, die sich als eigenständige Betrachtungsebene etablierte neben der Tiefenstruktur (DS), der Oberflächenstruktur (SS für surface structure) und der Phonetischen Form (PF). Letztere ist aus der Oberflächenstruktur abgeleitet und wird durch phonetische Regeln gebildet und überprüft. Damit ergab sich die sogenannte Y-Architektur der GB-Theorie:

Y-Schema:

Y-Schema

Die PF wird als Schnittstelle mit dem artikulatorisch-perzeptiven System, die LF als Schnittstelle zum konzeptuell-intentionalen System verstanden.

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zuletzt aktualisiert am 22.08.2005